Geschichte  der  Stadt Berggießhübel

 

Der rund 700 jährige Bergbau auf Eisenerz, dessen Beginn im 12. Jahrhundert angenommen wird,und das Kurbad waren die Hauptfaktoren, dass die Entwicklung Berggießhübels von der kleinen

Bergmannssiedlung zu einem bekannten Kneippkurort begünstigte. Durch schwere Rückschläge kamen Bergbau und Hüttenwesen mehrfach zum Erliegen. Die Lage an der wichtigen Poststrasse

Dresden – Prag, brachte während der Hussitenkriege,im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg direkte Kämpfe um den Ort, Gefahr  für das Leben der Einwohner und Verwüstungen.

Schwerste Schäden und Opfer erlitt die Stadt im Jahre 1813 während der Kämpfe um Berggießhübel und den am Ortseingang gelegenen  Ladenberg.  Die Bergwerks- und Hüttenanlagen

wurden erneut besonders nachhaltig zerstört, die wirtschaftlichen  Rückschläge nach dem Ersten und  Zweiten  Weltkrieg wurden mit großen Anstrengungen überwunden. Hochwasserfluten der  Gottleuba  verursachten wiederholt  schwere Schäden im Stadtgebiet

und große Opfer unter den  Einwohnern.


1220            etwa, Beginn der  1. Bergbauperiode /Zeit der   

                    böhmischen  Eisenbauern.

 

1447            19. März / Erste Erwähnung  Berggießhübels.


1450            Landvogt  Brun von der Pforte  liefert in einer  

                    Abrechnung  Eisenlieferung an die

                    Pirnaische Eisenkammer.


1452            Thimo Pulß ,, Vogt zum Gißhobel“ zugleich  Bergmeister.


1459             25.April / Böhmisch- sächsische Grenzvereinbarung im   

                     Vertrag  zu Eger. Beendigung der 1. Bergbauperiode/ 
                     Beginn der 2. Periode, Zeit der sächs.

                     Hammermeister.


1463             Erster eigenständiger  Bergmeister ist  Peter Hertil

                     14. April wird Hans Cluge zum Bergmeister der  

                     umliegenden Bergwerke  ernannt.

 

1466             16.November  /Fürsten ernennen H. Cluge zum   

                      obersten Bergmeister.

 

1483              30.April Rudolf von Bünau zu Liebstadt schreibt            

                      über  ein Feuer im Berck zu Gißhobel , 

                      Haspeln, Kasten und Stempel wurden zerstörrt , großer  

                      Schaden entstand.

 

1484              Vom 1.Juni 1483 bis 30. Mai 1484 wurden insgesamt  

                      2669 Fuhren zu je 12 Kübeln Eisenstein  gefördert.

 

1492              Am 28. März 1492 verkauft  Günter  von Bünau zu  

                      Liebstadt und sein Bruder Rudolf an den Herzog 
                      von Sachsen ,, anderthalbe Schicht an den Bergwerke   
                      ufm Gishuffel“.

 

1500              300 Bergleute arbeiten in 90 Gruben um Berggießhübel,                                 ein Nickel  Herttel ,Bergkmeister  ufm Gishouel wird   

                                erwähnt es gibt 19 Einwohner.

 

1502              Frantz Meierer ist ,,Eisenschreiber  aufm Gißhouel“.


1531              wird ein Lorentz Beyer als ,,Bergkmeister ufm Gißhuell“  

                      genannt.

 

1545               Am 25.März gestattet HerzogMoritz den Bewohnern   

                       Bier selbst zubrauen, was aber am 23. April wieder

                       zurückgezogen wurde wegen Konkurrenz  

                       von Pirna  und Gottleuba.


1548               Berggießhübel wird – wohl erstmalig- als ,,Stedtlein“  

                       bezeichnet, als ,,Bergherrn“ Erscheinen  neben

                       Brun von der Pforte, im 15.und  

                       16.Jahrhundert der Landesfürst,

                       die Familie Bünau auf Liebstadt und die von Bernstein

                       auf Ottendorf, Berggießhübel hat 42 Einwohner und

                       zwei Mahlmühlen.

 

                      

1554               Am 23. Februar  erhält das ,,Stedtlein“ einige  

                       Privilegien von Kurfürst August, darunter

                       wieder das Braurecht.


1555               Heinrich von Kundiger ,Bergmeister.


1556               Zacharias Lippolt wird als Kurfürstlicher Förster erwähnt


1560               Andreas Rosenwirth ist ,,  Bergkmeister ufm   

                       Bergkgißhubel“.

 

1561               Das alte Berghaus besitzt Gregor Pischel


1564               Am 18. Mai erläßt Kurfürst August den Gewerkschaften  

                       auf der Himmels Cron“ und

                       ,,St. Jacob“ aufm Bergkgißhubel auf ein Jahr den  

                       Eisensteinzehnt und den Wassergroschen

 

                                          

1565               Bitte der Knappschaft für dasWeiderecht auf der   

                       Zeydelweide

 

 

1570                Bergmeister ist Christoph Leibnitz,ab diesem Jahr wird  

                        die Chronik  über die ,, Begebenheiten“ von den

                        jeweiligen  Pfarrern geschrieben

                        Die Kirche zu Berggießhübel wird erbaut, Bauherren

                        sind gewesen:

      Abraham Kitscher- Amtshauptmann zu Pirna

   Christoph Leubnitz- Amtsschösser zu Pirna

                        Nicolaus Andreas- Pfarrer zu Gottleuba und  

                        Berggießhübel

                        Martin Löffler- Schulmeister hier

                        Mathes Schlesiger,  

                        Heinrich- Konrad Richter,  

                        Urban Müller – Kirchväter

                        Meister Hans Petzhold- Zimmermann zu Gottleuba

                        Doch das,,Bergstedtlein Gishubel“ bleibt eine Filiale der

                        Kirche zu Gottleuba.

                        Georg  Prötzel, Bergmeister in Gießhübel ist zugleich   

                        Verwalter der Eisenkammer In Pirna.                     

 

1576                Auf Grund des Bergbaus und des vielen Holzbedarfs ist

                        das sammeln von Holz in den Wäldern von den

                        Landesherren verboten worden für die Einwohner.


1581                 Am 28.Juni  verkauft der Amtsschösser Christoph  

                         Leubnitz das alte Gefängnis, ein Neues wird errichtet.

 

1582                 Wolff Struntz ist Bergmeister in ,,Gießhuebel“


1609                 Die Knappschaft von Berggießhübel wird  von den  

                         Jagddiensten befreit. Der Kurfürstliche Bergmeister

                         Andreas  Rosenwirth hat die Genehmigung das  

                         ganze Jahr  Bier und Wein  zu verschenken, im Ort   

                         sind 40 Braustätten,jede Familie nutzt das.

 

 

1616                  Schule wird gebaut, das neue Gefängnis am

                          Kirchberg wird von einer Hochwasserflut

                          weggerissen.


1619                  Das Schulgebäude ist zu eng und zu klein.


1622                  Zweite Schule wird gebaut (vermutlich das Haus  

                          Ritschel am Kirchberg)

 

1632                  Der Eisenhammer soll verkauft werden, es hat sich  

                          kein Bieter gefunden, bald darauf wird es von den

                          Feinden im Krieg eingeäschert.


1648                  Infolge des 30jährigen Krieges sind die  

                          Eisenerzgruben und die Hammerwerke
                                zum Erliegen gekommen und verfallen.

 

1654                  Bergmeister ist Zacharias Lippoldt


1655                  Die Einwohner  beantragen ein neues Gefängnis zu  

                          bauen.

 

1667                  Der Bergmeister  Gottfried David Flachs läßt sein  

                          Amtshaus,das Kurfürstliche Bergarrit

                          zu Bergkgißhübel, am Beginn des Kirchbergs   

                          erbauen. Später errichtet  er eine

                          Brettschneidemühle.Sie könnte Vorläuferin der  

                          ,,Hänselmühle“ gewesen sein, die bis

                          1927 in Betrieb war und deren Gebäude heute noch  

                          um den im 19. Jahrhundert errichteten gelben

                          Schornstein stehen. Am 13. September

                          wird Berggießhübel selbstständige Pfarrgemeinde.

                          Der erste Pfarrer ist Andreas Flachs, der Sohn des   

                          Bergmeisters G.D. Flachs.

 

1668                 Beggießhübel  erhält das Recht, jährlich zwei Märkte

                         uffs Fest Trinitatus und Sonntags vor Michaelis“
                         abzuhalten.
                        

 

1671                 Beantragt die Einwohnerschaft erneut den Bau eines  

                         neuen Gefängnisses, es ist nicht

                         festzustellen, ob sie Erfolg hatte.


1692                 Wird um den Wiederaufbau der verfallenen   

                         Kupferhütte nach gesucht.

 

1697                 Berggießhübel hat 78 bewohnte und 12 verfallene  

                         Häuser und 290 Einwohner (ohne Kinder)

 

 

 

1700                 Die 1622 errichtete (zweite)Schule wird Pfarrwohnung.


1711                 In Berggießhübel stehen an der Gottleuba zwei Mühlen

                         mit je zwei Gängen

 

 

 

1717                 Beim Vortrieb eines Stollens  in den ,,Dürren Berg“,  

                         bezahlt von Kurfürst Johann Georg II, wird

                                     heilkräftiges Wasser gefunden, die 

                         ,,Johann- Georgen-Quelle“.

                         Ein Badehaus wird gebaut.


1721                 Die im Ort vorhandenen zwei Mühlen gehören   

                         Heinrich  Konrad Tillmann und Christian Röllich.

 

1722                 Es wird eine neueKupferschmelze mit Krummofen  

                         errichtet, heute ,,Oberhammer“.

                         Im zuge des Baueseines Grabens und Wehres dorthin,

                         wird der ,,Sauer oder Friedrichsbrunnen“gefunden.

                         Der Besitzer des Schlosses

                         ,,Friedrichsthal“, der Kriegszahlmeister

                         Johann Ludewig Tüllmann, erhält durch  

                         Privilegien des Landesherrn die

                         Möglichkeit, das Badehaus zu erweitern.  

                         Das heutige ,, Johann-Georgen- Bad“ wird

                         Errichtet und gegenwärtig als ,,Haus des Gastes“   

                         betrieben. Zusätzlich werden ihm

                         Schank und Braurechte, das freie Schlachten und  

                         Jagdrechte verliehen. Damit wird die

                         Grundlage für den Badebetrieb in Berggießhübel  

                         gelegt.

 

                        

1725                 Der Freiberger Arzt Dr. Henkel prüft das Wasser der  

                         Stadt Berggießhübel und berichtet

                         darüber in seinem  Buch ,,Gießhübelium redivivum“.


1727                 Nach der von 1712 bis 1732 durchgeführten  

                         Feststellung und Vermessung der Straßen

                         Sachsens muß Berggießhübel eine Meilen und  

                         Postsäule setzen und dafür 45 Taler 18

                         Gulden aufbringen.

Postmeilensäule


1731                 Am 4. August unterzeichnet Friedrich August I( der  

                         Starke) eine Urkunde über die

                         ,,Verleihung von Vorrechten an das Johann-Georgen  

                         –Bad zu Berggießhübel“. Dadurch werden  die dem

                         Johann Ludewig Tüllman erteilten

                         Privilegien bestätigt und erweitert:,,nicht alleine  

                         einen besondern Gesund Brunnen,

                         der Friedrichs Brunn genannt, sondern auch noch  

                         ein anderes gesundes mineralisches Wasser,  

                         entdecket, welche beyde und jedes besonders,nach

                         vorgegangener medizinischer Untersuchung  

                         und davon  Druck ausgegangenen ausführlichen  

                         Beschreibung, an vielen mit Reißen in Gliedern

                         Miltzbeschwerden,Epilepsie, Skorbut, Krampff,    

                         Hüftwehe, Friesel und an deren Ausschlag,

                         auch mit Kopf-Wehen und Schwindel  

                         behafteten Personen solche Tugenden

                         und Würckungen erwiesen, daß er daher dem bono  

                         puplico und der gleichen Patienten

                         zum Besten, mit in dem sehr verarmten Städtgen  

                         einigen Nahrungszugang  verschaffen. Durch

                         diese umfassenden Privilegien wird der  

                         Aufschwung des Badewesens

                         in Berggießhübel abgesichert.


1733                König Friedrich August II bestätigtdie Privilegien vom

                        4.August 1731 und diese werden erweitert:

                             - DieSchankgerechtigkeit wird auf einen nahe

                               am Bade gelegenen und neu-

                               Erbauten privaten  Gasthof(Sächsisches Haus)   

                               ausgedehnt. (Bei der Hochwasserkatastrophe

                               1927 zerstört).

                                           -DieErrichtung einer Apotheke wird  

                                            gestattet. Auch soll ein geschickter

                                            Chirurg eingestellt werden.

                                           -10-12Schargen Holz aus den   

                                             benachbarten Waldungen

                                             werden gegen

                                             den gewöhnlichen Waldzins zur  

                                             Erwärmung des Badewassers

                                             bewilligt.

                                            -Die gesamte Niederjagd auf allen zu  

                                             Berggießhübel gehörigen Feldern

                                             Und Revieren wird ihm verliehen.Er darf  

                                             aber nur pfleglich und während

                                             der erlaubten Zeit jagen und niemals den  

                                             Badegästen das Schießen

                                             erlauben.

 

                       

1734               Zur Nutzung der erteiltenPrivilegien führt Tüllmann die  

                       erforderlichen Baumaßnahmen

                       durch. Er läßt die,,Badestube für vornehme Personen“ ,

                       einen Gasthof, die Marien-Apotheke und ein Brauhaus
                       errichten.
                     

 

1737               Die Kupferschmelzhütte wird stillgelegt.


1767               Der Lyriker Christian Fürchtegott Gellert und der  

                       Satiriker Gottlieb Wilhelm Rabener

                       weilen zur Kur in Berggießhübel und würdigen den Ort  

                       in ihren Schriften.

 

1768               Das Bergamt zu Berggießhübel wird aufgegeben und  

                       mit dem  Bergamt Glashütte

                       vereinigt.


1786               Die Bergämter Glashütte mit Berggießhübel werden  

                       zum Bergamt Altenberg geschlagen

 

1792               An der Stelle der Kupferschmiede wird ein  

                       ,,Vitriol-,Aulaun und Schwefelwerk“ errichtet

 

1800               Im Ort gibt es eine Seidenband-Manufaktur

 

1802               Das Vitriolwerk liefert allein in diesen Jahr 150 Zentner  

                       dieses Stoffes( Vitriole- ält.

                       Bezeichnung für die Sulfate von Kupfer, Eisen und Zink)


1803               Wird die Schwefelquelle unweit der Eisenhütte  

                       gefunden 


1804               Täglich fahren nur noch 10 Bergleute in die Grube ein.  

                       Der Rückgang der Eisenerzgewinnung ist evident

 

1807               Berggießhübel hat 530 bis 560 Einwohner in 73

                       Häusern  und 20 ,,wüsten Baustellen“.


1809               Karl Theodor Körner, Bergstudent in Freiberg, später  

                       auch Dichter, besucht Berggießhübel und fährt am

                       26.Juli, morgens 6 Uhr mit einem Steiger in

                       das Bergwerk ,,Segen Gottes“ ein.


1813               Französische Truppen besetzen den Ort, zerstören das  

                       Vitriolwerk und beschädigen 50 Häuser. Es werden

                       550 Einwohner  und 84 bewohnte Häuser gezählt. Bis

                       Dezember sterben 111 Einwohner an Thyphus.


1814                Die Zahl der im Bergbau tätigen Bergleute ist auf 5  

                        zurückgegangen, etwa 1815 Ende

                        der 2. Bergbauperiode.


1815                18. Mai 1815, Beginn der 3.Bergbauperiode, Periode  

                        der industriellen Revolution,

                        Graf von Einsiedel,Kabinettsminister, erwirbt in   

                        Berggießhübel Grubenfelder  mit 7

                        Schächten und mehreren Stollen und beantragt eine  

                        Konzession zum Bau eines Hochofens.

 

 

1818                Der Augustusbrunnen wird gefunden. Er ist jedoch nur

                        wenig ergiebig. Nachdem  die

                        Heilquellen seit Beginn des Jahrhunderts infolge des  

                        Bergbaus nach und nach versiegten, geht die
                        Bedeutung Berggießhübels als Kurort immer mehr
                        zurück.
                     

 

1822               Friedrich August Freiherr von Leyßer erwirbt das Schloß

                       ,,Friedrichsthal“ und auch den Badebetrieb. Anlagen
                       wie der,,Fritzegarten“ mit dem ,,Charlottenhäuschen“ 
                       und der ,,Poetenweg“ erinnern an seine Zeit.        
                       

 

1825                Beginn der Aufhauarbeiten am,,Zwieseler-  

                        Tiefe- Erbstollen“, der auf Staatskosten

                        vorgetrieben wird und bis 1853 eine Länge von  

                        1400 m erreicht. Die Zahl der Bergleute

                        ist auf 60 angewachsen.


1836                Am 8.Juli wird der Hochofen im,,Einsiedelschen  

                        Hüttenwerk“ angeblasen.

 

 

1853                Ein Hammerwerk zur Herstellung und Bearbeitung von

                        Stabeisen wird errichtet (Oberhammer).

 

 

1854                 Kommerzienrat Hermann Cruson,Magdeburg, erwirbt  

                         nach und nach Bergwerksfelder

                         und Anlagen.


1855                 Am 22. Januar, einem Freitag bricht morgens in der  

                         Apotheke  und Laboratorium durch

                         ausschütten von Asche ein Feuer aus. Nachmittags  

                         verunglückten die Bergleute

                         Ludwig Merkel und der Zimmermann Petzold.


1866                 Kriegsjahr. Am 27. Mai rücken von Dippoldiswalde  

                         kommend 300 Mann sächsische

                         Artillerie in Berggießhübel ein. Am 15. Juni, nach der  

                         Kriegserklärung  Preußens an

                         Österreich und den Deutschen Bund, ziehen diese  

                         Truppen nach Aussig-Teplitz in Böhmen weiter.

                         Am 17.Juni schlägt erneut ein sächsisches  

                         Bataillon mit 1500 Mann sein  Lager in und

                         um unseren Ort auf. Am 31.August  

                         nehmen 900 preußische Truppen

                         die sich auf dem Rückmarsch befinden mit 150   

                         Pferden Quartier in Berggießhübel.

 

1869               Am 16. Dezember findet in der,,Roten Schänke“ (heute  

                       ,,Heidekrug“) eine Verhandlung

                       der Gemeinde –und der Kirchenvorstände von Cotta  

                       und Berggießhübel um die Eingliederung des Cottaer

                       Teils von Zwiesel( links der Gottleuba) statt.


1870               Zum 01.01. erfolgt die Eingliederung des Cottaer Teils  

                       von Zwiesel nach Berggießhübel.

                       Der ,,Emma-Schacht“wird abgeteuft (am Kirchberg).


1874               Am 15.September wird die Stadtkirche durch einen  

                       Brand, hervorgerufen durch Fahrlässigkeit bei

                       arbeiten am Turm, völlig zerstört.


1875               Am ,,Emma- Schacht“ werden Betriebsgebäude  

                       errichtet. Später die Knopffabrik

                       Rauchfuss, heute ein Kunststoff- Spritzgußbetrieb.


1876               Ein neues Schulgebäude am Kirchberg ist fertiggestellt  

                       und wird eingeweiht. Am 12. November  wird

                       die neu errichtete, heutige Kirche geweiht.


1878               Das Magneteisenerz aus Berggießhübel wird von  

                       auswärtigen Hüttenwerken abgenommen.

 

1880               Die Bahnlinie, von Pirna kommend, ist bis  

                       Berggießhübel fertiggestellt. Sie wird 1905

                       bis nach Gottleuba weitergeführt. Hermann Cruson  

                       übernimmt erneuert den Grubenbetrieb und

                       erweitert die  Anlagen.


1881               In dem ersten, längeren Gebäude der   

                       Bergarbeitersiedlung am Ladenberg

                       wird eine Bahnhofsgaststätte eingerichtet.


1884               Am 04. Februar beginnt man mit dem Abriß des 1667   

                       errichteten Bergamtshauses.

                       An dessen Stelle wird ein Wohnhaus gebaut (heute  

                       ,,Alte Post“).

 

1888                Ein Teil von Berggießhübel erhält eine  

                        Hochdruckwasserleitung. Seit 1870 wurden

                        128.377t Magneteisenerz aus dem

                        ,,Mutter- Gottes-Vereinigt-Feld“ gefördert.


1892                Der Abbau von Eisenerz  wird als weitgehend erschöpft

                        angesehen und zum Teil eingestellt.                      

 

1894                In der Liste der Land und Forstwirtschaftlichen  

                        Berufsgenossenschaft sind 13 bäuerliche und

                        70 andere zahlende Mitglieder mit kleiner

                        und kleinster Landwirtschaft erfaßt.


1896                Die Stadtverordnetenversammlung bestellt   

                        Herrn Dr. Wagner zum ersten

                        hauptamtlichen Bürgermeister

 

1897                Am 31. Juli wird das Gottleubatal und insbesondere  

                        auch Berggießhübel von einer

                        Hochwasserflut heimgesucht, die starke  

                        Beschädigungen im Stadtgebiet anrichtet.

                        Der Geh. Kommerzienrat Eschebach  erwirbt Schloß  

                        und Kurbetrieb.Er läßt die Schäden der

                        Überschwemmung beseitigen. Später  läßt er  

                        Bismarkturm und Gaststätte auf der  

                        Panoramahöhe errichten.


1899               Am 10.Juli wird die Ortsgruppe Berggießhübel des  

                       Gebirgsvereins der sächsischen Schweiz von

                       Rektor Paul John gegründet. Am 30. Juli  

                        wird auf der Panoramahöhe

                        der Grundstein für eine Feuersäule und einen

                        Aussichtsturm auf Initiative von

                        Kommerzienrat Eschebach gelegt. Kommerzienrat  

                        Eschebach wird Ehrenbürger von

                        Berggießhübel und aus Anlass der Einweihung des  

                        Bismarkturmes auch Ehrenmitglied des Gebirgsvereins.

                  

                       

 

1908                Die Hochdruckwasserleitung wird in alle Ortsteile  

                        erweitert. Die ersten Gaslaternen

                        brennen in Berggießhübel, nachdem ein Jahr zuvor mit  

                        dem Bau der Ortsversorgung

                        begonnen worden war.

                      


1913               Berggießhübel wird an das elektrische Leitungsnetz  

                       angeschlossen.

 

 

1916               1. Weltkrieg. Das Bethlehemstift in Zwiesel und das  

                        Johann-Georgen-Bad werden

                        Lazarett. Das,,Sächsische Haus“ dient der Verpflegung

                        der verwundeten und kranken Soldaten.                   

 

1918               Infolge des Krieges kommt der Badebetrieb zum  

                       Stillstand.

 

1924               In der Badstraße wird eine Kapellenstube für Kath.  

                       Gläubige eingerichtet. Diese wird

                       in der Unglücksnacht am 8./9. Juli 1927 zerstört.


1926               Das Stadtbad, am Ende der Lindenallee an der  

                       Gottleuba gelegen, mit einem Becken

                       von 33,3 m mal 25m und einem hölzernen 5m  

                       Sprungturm wird gebaut.

 

1927               In der Nacht vom 8. zum 9. Juli vernichtet eine  

                       Hochwasserkatastrophe einen großen Teil der Stadt.

                       12 Gebäude verschwinden durch Einsturz

                        in den Fluten, 22 stark beschädigte Häuser müssen

                        abgerissen werden, 13 Brücken,  

                        darunter 4 Straßenbrücken, werden weggerissen.  

                        88 Einwohner ertrinken.


1928               15. April, Einweihung einer Holzkapelle, es ist das  

                        kleinste katholische Gotteshaus Sachsens.

 

1934               Am 01. Mai erfolgt die Gründung des ,,Kneipp-Kurbad-

                       Berggießhübel“, Initiatoren sind

                       Bürgermeister Landgraf, Dir. Lutz und Dr.med. Kaiser.  

                       Das Wasserheilverfahren nach Sebastian Kneipp

                       wird eingeführt, der Kurbetrieb mit gutem

                       Erfolg wieder aufgenommen.


1936               Die Umgehungsstraße nach Böhmen

                       (Hellendorfer Straße) wird fertig gestellt.


1938               Neuerrichtung eines Eisenbergwerkes und Beginn von   

                        Aufschlußarbeiten auf der Höhe 381 (Martinszeche).

 

1939               2.Weltkrieg. Die Kuranlagen und das Bethlehemstift  

                       werden erneut Lazarett.

 

1942               Am 31.Mai wird die letzte Schicht auf der Martinszeche  

                       gefahren. Damit ist die mehr

                       als 700 jährige Geschichte des Eisenerzbergbaues in  

                       Berggießhübel endgültig  abgeschlossen.
Hunt

 

1945               Kriegsende. Der Eigentümer von Gut und  

                       Schloß Friedrichsthal Graf von Rex, wird

                       enteignet. Das Schloß wird der Stadt  

                       Berggießhübel übergeben, der Gutsbetrieb und

                       Feldbesitz unter 13 Neu oder landarmen  

                       Bauern aufgeteilt. Im Eisenwerk und in der

                       Maschinenfabrik werden Maschinen und Anlagen  

                       demontiert. Bürgermeister Landgraf

                       verliert am 13. Dezember sein

                       Amt. Wiederaufnahme des Kurbetriebes und in den

                       folgenden Jahren Ausbau zum bedeutendsten  

                       Kneippkurort der DDR.


1957               Am 23. Juli führt die Gottleuba erneut Hochwasser,

                       das im Stadtgebiet und im Eisenwerk schwere  

                       Schäden anrichtet. Daraufhin werden auf  

                       Beschluß der Katastrophenkommission  

                       der DDR in den folgenden Jahren

                       einige Rückhaltebecken und die

                       Talsperre in Bad Gottleuba errichtet. Die Hochwasser

                       gehören somit der Vergangenheit an.  

                       Für die Trinkwasserversorgung in unserer Region

                       wird das Wasser der Talsperre aufbereitet.

 

1958               Auf Gut Friedrichsthal entsteht eine  

                       ,,Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“

                        (LPG), der alle Bauern beitreten müssen.



1964               Die Schule am Kirchberg muss wegen Rißbildung  

                       im Mauerwerk geschlossen werden.

                        Unter Tage waren Stolleneinbrüche aufgetreten.


1966                Am 15. Oktober wird der Grundstein für eine  

                        neue Schule in der Siedlung gelegt.

                        Die Schule am Kirchberg muss wegen  Bergschäden

                        umfassend saniert werden und wird

                             als Wohnhaus umgebaut

 

1972                Berggießhübel wird ,,Staatlich anerkannter Kurort“.


1973                Der Personenverkehr auf der Bahnlinie  

                        Pirna- Bad Gottleuba muss wegen Baufälligkeit

                        der Gleisanlagen aufgegeben werden.



1976                Auch der Güterverkehr zwischen Pirna und  

                        Bad Gottleuba wird eingestellt, die Trasse

                        wird aufgelassen, die Gleise werden abgebaut.



1985                Am 13.11. stirbt der Heimatfreund Erich Mörbitz.  

                        Ihm zu  Ehren wird am 100.Geburtstag des  

                        Gebirgsvereins am 10.Juli 1999 ein  

                        Aussichtspunkt geweiht.



1992                Am 23.September wird die Eisengießerei( Grauguß) im

                        ehemaligen ,,Eisenwerk“ stillgelegt.

                        Sie hat 156 Jahre bestanden.  

                        Abriß der Holzkapelle und Grundsteinlegung

                        für eine neue und größere katholische Kirche.

                        19.November, bei einer Zusammenkunft von  

                        Heimatfreunden wird der 1945 verbotene

                        Gebirgsverein neu gegründet.

                    


1993               Am 9.Juli Eröffnung der Median Rehabilitationsklinik,

                       errichtet auf dem Gelände des ehemaligen Gutes  

                       Friedrichsthal. 10.Juli, feierliche Weihe  

                       der neuen katholischen Kirche.  

                       Das städtische Freibad muss aus hygienischen  

                       Gründen geschlossen werden.



1994               Im Gebiet der ,,Eibischsteine“wird eine fluorid-und

                       radonhaltige Quelle gefunden,die ca. 2000l Wasser pro  

                       Sekunde liefern kann, Bemühungen

                       um deren Vermarktung haben noch keinen Erfolg.  

                       Gründung der städtischen Kurhaus GmbH.


1995               Eröffnung des neuen Freibades an der Gottleuba,  

                       das den Namen,,Billy“ erhält.

                       Eröffnung des ,,Haus des Gastes“ im völlig renovierten   

                       ehemaligen Johann- Georgen-Bad.



1999               Durch die Gemeindegebietsreform beendet der

                       Bürgermeister der Stadt Berggießhübel

                       Herr Klaus Seeger,seine Amtszeit als  

                       Hauptamtlicher Bürgermeister und wird als

                       Ortsvorsteher  eingesetzt. 25. Februar,  

                       Herr Volker Dittrich, ehemals Bürgermeister

                       der Stadt Bad Gottleuba, wird als Amtsverweser

                       bestellt. Aufgrund des sächsischen

                       Gemeindereformgesetzes wird Bad Gottleuba  

                       und Berggießhübel mit Wirkung vom

                       01.Januar 1999 zur  

                      Stadt,,Bad Gottleuba-Berggießhübel“  

                      zusammengeschlossen.

                      Der parteilose Wolfgang Kahrsch wird in

                      direkter Wahl zum ersten Bürgermeister

                      der Stadt Bad Gottleuba –Berggießhübel gewählt.

 

 

 

Quellen:

-Meiche:               Historische Topograf. Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna

-G.-H. Schmidt:    Pirnisch Eisen

-Bergakademie:   Freiberger Forschungshefte

-Gebirgsverein:    Archiv

 

 

 

 

 


   

 

 

 

 

 

 

 

 

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